
unsere analyse der dortmunder nordstadt zeigt räumliche wie soziale defizite: mangelnde vernetzung, isolation marginalisierter gruppen, unsicherheitsgefühle im straßenraum und ein hoher bedarf an flexiblem, bezahlbarem wohnraum. die analyse bildet die grundlage für gezielte interventionen, die sicherheit, teilhabe und austausch stärken.

das konzept ‚antiblock‘ bricht die monolithische blockstruktur auf. durch neue durchwegungen, öffentliche nutzungen und gezielt gesetzte neubauten entsteht ein quartier, das sich zum stadtraum hin öffnet. die geste der geöffneten dächer und neu geschaffene blickbeziehungen verankern den block sichtbar im urbanen gefüge.

zentral ist der gedanke, das „dazwischen“ neu zu verstehen: treppenräume, innenhöfe, laubengänge und zwischenzonen werden als aufenthalts- und begegnungsräume aktiviert. sie verbinden innen und außen auf neue weise und schaffen orte informeller nachbarschaft, sichtbarkeit und gemeinschaft.

der entwurf arbeitet auf drei ebenen: geschoss, block, quartier. kleine architektonische eingriffe – etwa im bestand – wirken ebenso transformativ wie großmaßstäbliche ergänzungen im stadtraum. so entsteht ein mehrschichtiges system, das auf alltägliche bedürfnisse reagiert und gleichzeitig das quartier langfristig stärkt.

in den geöffneten innenhöfen entsteht ein landschaftlich gestaltetes netzwerk aus wegen, pocket-parks, gemeinschaftlichen terrassen und gewächshäusern. es verbindet wohnen, versorgung und freizeit und ermöglicht eine 15-minuten-stadt im kleinen: wege, angebote und begegnung werden verdichtet und fußläufig erfahrbar.

die bestehenden riegelbauten werden umprogrammiert: von maisonettewohnungen über große gemeinschafts-wgs bis hin zu co-working- und sporträumen. die ehemaligen treppenhäuser werden barrierefrei erschlossen und als funktionsräume weitergenutzt. so entsteht aus vorhandener struktur neue diversität.

durch gezielte positionierung von kita, kreativtreff, unverpacktladen, showroom und werkstatt entstehen neue versorgungsbausteine im block. sie füllen leerstellen, schaffen alltagsqualität und dienen als urbane anker – unmittelbar eingebettet in das leben der nordstadt.

der entwurf folgt zehn geboten: kollektivität, barrierefreiheit, nachhaltigkeit, nahbarkeit, wandelbarkeit und die auflösung von „unorten“. ziel ist ein quartier, das insbesondere frauen, vulnerable gruppen und menschen mit migrationsgeschichte adressiert – und damit eine stadt, die für alle funktioniert.
